Beschaffungsvarianten im Bereich Infrastruktur
Die Neuausrichtung der Bundeswehr erfordert in den nächsten Jahren insbesondere auch die Umsetzung umfangreicher Infrastrukturmaßnahmen. Die Bereitstellung moderner Infrastruktur im Grundbetrieb sowie im Einsatz ist eines der wichtigsten Themen für die Bundeswehr der Zukunft. Schon heute bindet Infrastruktur mehr als 16 Prozent des Bundeswehrhaushalts.
Die Strukturreform stellt die Bundeswehr vor vielfältige Herausforderungen:
- Weniger Investitionsmittel für Baumaßnahmen vorhanden
In den kommenden Jahren sollen im Einzelplan 14 Einsparungen in Milliardenhöhe erfolgen. Das ambitionierte Einsparziel wird auch die Infrastruktur betreffen. So werden z.B. laut Haushaltsplan 2012 die Investitionsmittel für Große Baumaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 20% auf 400 Mio. € gekürzt.
- Umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen erforderlich
Die Stationierungsentscheidung 2011 wird in den nächsten Jahren umfangreiche Maßnahmen erfordern. An 135 Standorten sind signifikante Veränderungen bei der Anzahl von Dienstposten geplant.
- Attraktive und moderne Infrastruktur erwünscht
Mit der Umstellung auf eine Freiwilligenarmee stellt sich die Bundeswehr dem Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern. Die Bereitstellung moderner Infrastruktur ist ein Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes.
Investitionsstrategien für moderne Infrastruktur

- Gedankenaustausch: Ulrike Hauröder-Strüning, Dr. Klaus Büttner, Alice Greyer-Wieniger (v.l.)
Militärische Bedarfsträger, Vertreter der Wehrverwaltung, des Bundesbaus sowie der Wirtschaft trafen sich im Mai 2011 in Frankfurt/Main um gemeinsam über Investitionsstrategien für die Infrastruktur der Bundeswehr zu diskutieren. Wie unkonventionell und hochmotiviert Infrastrukturmaßnahmen für die Soldatinnen und Soldaten der niederländischen Streitkräfte zur Verfügung gestellt werden, wurde durch einen Vertreter der Immobilienverwaltung der niederländischen Ministeriums der Verteidigung anschaulich vorgestellt. Die Broschüre mit den wesentlichen Inhalten zum Expertengespräch kann auf Anfrage bei der g.e.b.b. zur Verfügung gestellt werden.
Herausforderungen annehmen – verfügbare Investitionsmittel gezielt einsetzen
Beschaffungsvarianten zeigen Lösungsmöglichkeiten auf, wie neue Konzepte und alternative Finanzierungen für die Bundeswehr erschlossen werden können. Das erste ÖPP-Hochbauprojekt des Bundes, die Fürst-Wrede-Kaserne in München, ist ein herausragendes Beispiel für innovative Beschaffungsvarianten.
»Zur Projektskizze Fürst-Wrede-Kaserne
Auf Basis der bisherigen Projektarbeit wurden wesentliche Kernelemente im bestehenden Infrastrukturverfahren identifiziert und Optimierungsvorschläge erarbeitet. Für den Neubau des Lehrsaalgebäudes der Führungsunterstützungsschule in Pöcking hat die g.e.b.b. wichtige Optimierungsmöglichkeiten aus bauökonomischer Sicht sowie Umsetzungsstrategien aufgezeigt.
»Zur Projektskizze Beschaffungsvariantenvergleich Pöcking
Die Bereitstellung attraktiver Infrastruktur muss nicht immer den Bundeshaushaltsplan beeinflussen – alternative Beschaffung durch die Einbindung privater Partner zeigt die g.e.b.b. bei der Entwicklung eines Konzessionsmodells für ein Parkhaus am Bundeswehrkrankenhaus Berlin auf.
Zur Unterstützung bei der Entwicklung neuer Konzepte und alternativer Beschaffungsvarianten sowie der infrastrukturellen Projektsteuerung bereitet die g.e.b.b. derzeit eine Konzeption für das IT-gestützte Anwendungswerkzeug „Management, Infrastruktur, Anwendung, System“ (MIAS) vor.
Die wesentlichen Erkenntnisse der Projektarbeit sind dem Abschlussbericht 2011 des Projektes „Beschaffungsvarianten und Optimierungsansätze im Infrastrukturbereich der Bundeswehr“ zu entnehmen.