Verpflegungsmanagement im Einsatz

Vom Einsatz her denken und handeln: Der Fokus der Verpflegungsoptimierung ist auf die Weiterentwicklung eines robusten und allen militärischen Bedürfnissen entsprechenden Versorgungssystems gerichtet. Die besondere Herausforderung liegt hierbei in der Koordination der im Inland durchzuführenden Fort- und Weiterbildung, der Inübunghaltung des militärischen Verpflegungsfachpersonals sowie der Praxiserprobung in allen Operationsarten und weltweiten Einsatzgebieten der Bundeswehr.

Es ist eine robuste, unterbrechungsfreie und den hygienischen Erfordernissen entsprechende Versorgungskette sicherzustellen. Die angebotene Verpflegung soll den Soldatinnen und Soldaten im anstrengenden Einsatzdienst mit seiner hohen seelischen Belastung durch mehrmonatige Kasernierung physische Regeneration, Genuss und empfundene Wertschätzung bieten.

Im Einsatzgebiet KFOR wurde ein seit 2008 eng durch die g.e.b.b. begleitetes Projekt im April 2010 mit der Eröffnung der neuen Einsatzstandortküche Prizren und dem damit einhergehenden Betreiberübergang erfolgreich beendet. Hierzu wurde in Zusammenarbeit mit der Optimierungsgruppe Verpflegung ein Phasenplan zur Übergabe und Übernahme der Betreiberverantwortung erarbeitet. Im Rahmen des Verpflegungsfachcontrollings fand sowohl eine Begleitung der im Einsatzgebiet eingesetzten militärischen Verpflegungskräfte bei der Erstellung und Bewertung von Managementberichten als auch die Durchführung von Coachingmaßnahmen im Rahmen der einsatzvorbereitenden Ausbildung des Lehrgangs "Optimiertes Verpflegungssystem (OVS) KFOR" an der Logistik-Schule statt.

Praxiserprobung

Neben der Weiterentwicklung der logistischen Steuerungssysteme und der Managementqualifikation der Fachsoldatinnen und -soldaten erfolgte die Praxiserprobung eines systemtauglichen standardisierten Speiseangebots. Ein von den Verpflegungsteilnehmern gut akzeptierter, zentral anwendbarer Speiseplan bildet nun die Grundlage einer zielgerichteten einsatzvorbereitenden Ausbildung. Er ist so konzipiert, dass er sowohl in Küchengebäuden mit fester Infrastruktur als auch durch mobile Feldküchen realisierbar ist. Zudem ist dieser Speiseplan auch Basis für optimierte Dispositions- und Produktionsprozesse. Die Verpflegungsqualität ist mittlerweile kontingentübergreifend einheitlich hoch und stabil.

Für das Einsatzgebiet Afghanistan (ISAF) wurde der durch die g.e.b.b. vorgelegte Konzeptentwurf zur Grundlage der militärischen Bedarfsforderung gemacht. Derzeitig unterstützt die g.e.b.b. bei der Erstellung des logistischen Konzeptes für die Folgeversorgung ISAF.

Ausblick

In enger Zusammenarbeit mit der Territorialen Wehrverwaltung und dem Führungsstab der Streitkräfte unterstützt die g.e.b.b. nach dem Grundsatz "Vom Einsatz her denken" die Weiterentwicklung und Gesamtoptimierung des Verpflegungsmanagements sowie die Einbindung der Folgeversorgung ISAF in den logistischen Wirkverbund der Streitkräfte. Hierzu ist es notwendig, die bestehenden Konzeptionen und Weisungen an die Erfahrungen, Erkenntnisse und Realitäten der Einsätze anzupassen bzw. zu überarbeiten. Darüber hinaus gilt es, zur Sicherstellung von robusten und geübten Rückfalloptionsszenarien eine auf alle Szenarien und Systeme abgestimmte Konzeption zur Inübunghaltung des militärischen Verpflegungsfachpersonals zu entwickeln.

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