Verpflegungsmanagement

Geschäftsfeldleiter

Uwe Wenzel

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Die Bundeswehr stellt derzeit Verpflegung in etwa 250 eigenbewirtschafteten Truppenküchen im In- und Ausland und in ca. 30 durch Partner geführten Behördenkantinen zur Verfügung. Zusätzlich werden Leistungen der bewirtschafteten Betreuung in etwa 800 privatisierten Heimbetrieben als Individual- und Pausenverpflegung angeboten. Allein in den Truppenküchen wurden im letzten Jahr Verpflegung für über 17 Millionen Beköstigungstage produziert. Mit der laufenden Umstrukturierung erfährt auch die Art der Bereitstellung gastronomischer Leistungen in der Bundeswehr einen richtungsweisenden Wandel. Die g.e.b.b. begleitet mit ihrem im Geschäftsfeld Facility Management eingerichteten Projektteam Verpflegung sowohl die Modernisierung des Grundbetriebes in Deutschland als auch die Optimierung der Einsatzverpflegung.



Grundbetrieb

Grundbetrieb

Die Aussetzung der Wehrpflicht hat starken Einfluss auf die Militärgastronomie. So hatten Grundwehrdienstleistende einen Anspruch auf kostenfreie Truppenverpflegung - mit ihrem Ausbleiben ist diese Rahmenbedingung nun entfallen. Dadurch müssen sowohl das Spektrum der angebotenen Leistungen als auch das Subventionsmodell neu überdacht werden. Dabei sollen gastronomische Leistungen einen wertvollen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundewehr leisten. Neben diesem Ziel rückt allerdings auch das Wirtschaftlichkeitsprinzip deutlicher als bisher in den Vordergrund. Um beide Zielsetzungen zu erreichen sind mehrere Optimierungshebel denkbar.

Optimierungshebel

Die Vielzahl unterschiedlicher Gastronomie-Betreiber in einem Standort bringt deutlich negative Effekte mit sich. Vorteilhaft wäre es daher, wenn alle Betriebe nach dem Bestleisterprinzip aus einer Hand geführt würden - zumindestens auf Standortebene. So ließen sich Fixkosten und Subventionsleistungen reduzieren, ohne dass die Qualität und Attraktivität des Angebotes Einbußen erleidet. Zudem könnte so die Auslastung erhöht werden, was eine Reduzierung der Stückkosten mit sich bringen würde.

Gleichzeitig sollte ein attraktives Angebot abgebildet werden, dass sowohl den ernährungsphysiologischen Vorgaben des Dienstherrn als auch den Vorstellungen der Kunden gleichermaßen Rechnung trägt. Dies bedeutet, dass die Produkte nicht mehr nur an den Anforderungen des körperlich anstregenden Soldatenberufs ausgerichtet werden. Um wirtschaftliche Ziele zu erreichen und die Motivation der Bundeswehrangehörigen zu erhöhen, müsste das Leistungsangebot insbesondere an die Erwartungen an moderne Außer-Haus-Gastronomie angepasst werden. Dies erfordert unter anderem auch intensive Marktforschung und angemessenes Marketing als Basis für einen nachhaltigen Geschäftserfolg.

Bei der Realisierung müssten nicht unbedingt neue Bundeswehr-interne Systeme entwickelt werden. Vielmehr wird die Privatwirtschaft durch ihre Flexibilität und Innovationsfähigkeit zunehmend zu einer wertvollen und unverzichtbaren Alternative zur Eigenerstellung militärgastronomischer Leistungen.

Die Handlungsfelder bestehen

  • im Abbau der Komplexität des bestehenden Systems durch Reduzierung von Schnittstellen und Doppelstrukturen auf allen Managementebenen;
  • in der Zusammenführung von Gestaltungs- und Ergebnisverantwortung, so dass auch vor Ort Maßnahmen ergriffen werden dürfen, durch die klare Zielvorgaben realisiert werden können;
  • im Aufbau eines aktiven Veränderungsmanagements bei der Einnahme neuer Strukturen;
  • in einer sozial abgefederten Personalreduzierung.

Die Nutzung dieser Optimierungshebel wird aktuell im laufenden Reformprozess der Bundeswehr diskutiert. Die g.e.b.b. unterstützt umfassend durch ihre Fachexpertise.

Transparenz als Grundlage

DV-System unterstützt Steuerung
DV-System unterstützt Steuerung

Grundsätzlich ist die Schaffung von Transparenz eine wesentliche Voraussetzung aber auch Treiber einer erfolgreichen Optimierung. Gerade bei diesem Aspekt hat die g.e.b.b. das Verteidigungsministerium in den vergangenen Jahren intensiv beraten und praxisnahe IT-Lösungen entwickelt. Im Ergebnis unterhält die Bundeswehr heute in weiten Teilen ein DV-gestütztes und auf ihre Anforderungen ausgerichtetes Steuerungs- und Controllingsystem des Verpflegungswesens.

Dieses Steuerungsinstrument für Truppenküchen wurde durch die g.e.b.b. konsequent weiterentwickelt, auf die Krankenhäuser der Bundeswehr ausgeweitet und intensive Schulungen für die Bediener durchgeführt. Mit einem weiteren Modul dieses Instruments ist nun erstmalig auch die Erfassung und Steuerung der Behördenkantinen möglich.

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