Gesucht: Partner für Bundeswehr-Logistik
Der Bundesminister der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung hat im März 2008 entschieden, ein Vergabeverfahren zur Logistik zu starten. Damit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Modernisierung der Bundeswehr-Logistik erreicht worden: Für den Aufgabenbereich Lagerhaltung und Distribution beginnt jetzt die Suche nach einem geeigneten industriellen Partner.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Im Rahmen der "Projektskizze Logistik", in der alle Maßnahmen zur Modernisierung der Basislogistik der Bundeswehr zusammengefasst wurden, berät die g.e.b.b. seit 2004 das Verteidigungsministerium. So ist sie auch mit der Entwicklung von Kooperationsmodellen zwischen der Bundeswehr und der Privatwirtschaft beauftragt worden und hat bei der Ausgestaltung des Teilprojektes Lagerhaltung und Distribution die Federführung übertragen bekommen. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Führungsstab der Streitkräfte, der Abteilung Modernisierung, dem Streitkräfteunterstützungskommando und der g.e.b.b. war richtungsweisend für den Erfolg.
Die grundsätzliche Entscheidung für eine Ausschreibung bedeutet einen großen Schritt voran. Gegenstand der Ausschreibung werden ausgewählte Bereiche der sogenannten Basislogistik der Bundeswehr sein, also die Anteile, die den Grundbetrieb in Deutschland, aber auch Übungen im Ausland unterstützen.
Chancen für Kooperation
Konkrete Leistungsforderungen sind die Lagerung und Bewirtschaftung von Material - mit Ausnahme von Sanitätsmaterial, Munition und Betriebsstoffen - sowie die Durchführung der Materialtransporte im Grundbetrieb. Das Ziel ist eine deutliche Verbesserung des Servicegrades verbunden mit einer Optimierung der Transport- und Lagerungskosten.
Die bisherigen Untersuchungen sowie ein in 2007 durchgeführtes Interessenbekundungsverfahren mit der Industrie haben die Annahme bestätigt, dass die erforderlichen Fähigkeiten am Markt verfügbar sind und dass eine Kooperation die wirtschaftlichste Lösung für die Bundeswehr darstellen kann. Die aufgrund der weltweiten Einsätze notwendige logistische Flexibilität könnte somit in Zusammenarbeit von bundeswehrinternen Kräften mit einem privaten Partner erreicht werden. Gleichzeitig erhöhen die eingesparten Haushaltsmittel die finanzielle Flexibilität für die im erweiterten Aufgabenspektrum eingesetzte Bundeswehr.
Die Planungen sehen vor, dass die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen bis Mitte 2008 abgeschlossen wird. Das anschließende Vergabeverfahren wird erfahrungsgemäß mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.