Schlüsselübergabe

  • 12.04.2006
  • Hamburg

Am 12.April 2006 hat die g.e.b.b. die Röttiger-Kaserne an die Freie und Hansestadt Hamburg veräußert. Damit hat der Bund seine im Rahmen des Stationierungsbeschlusses gegenüber den betroffenen Gemeinden gemachten Zusagen auf Unterstützung beim Konversionsprozess eingelöst.

Länderübergreifender Konversionsprozess

Länderübergreifender Konversionsprozess

Der Verkauf der Röttiger-Kaserne bildet den Abschluss eines langen und intensiven Entwicklungsprozesses, an dem erstmals im Rahmen der Metropolregion Hamburg zwei Bundesländer beteiligt waren. Von der Vorbildwirkung dieses Prozesses konnte sich auch der Niedersächsische Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hans-Heinrich Ehlen im Rahmen eines Besuches am Standort überzeugen.

 

Große Bedeutung für Hamburg

OTL i.G. Bernd Stache, Dr. Klaus Büttner, Dr. Robert Heller
Zoom
OTL i.G. Bernd Stache, Dr. Klaus Büttner, Dr. Robert Heller

Dr. jur. Klaus Büttner, Leiter des Bereiches Immobilien der g.e.b.b., hat am 15. Mai 2006 gemeinsam mit Oberstleutnant i.G. Bernd Stache, ehemaliger stellvertretender Brigadekommandeur, den symbolischen Kasernenschlüssel an Dr. jur. Robert F. Heller, Staatsrat der Finanzbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, übergeben. Weitere Vertreter aus Bundeswehr, Verwaltung und Politik, die in besonderer Weise zu diesem Entwicklungs- und Verkaufsprozess beigetragen haben und die der Röttiger-Kaserne verbunden sind, haben an der Veranstaltung teilgenommen.

Die Röttiger-Kaserne in Neugraben-Fischbek erlangte bereits in den frühen 60er Jahren große Bedeutung für die Hamburger Bevölkerung: Sie war Standort der sogenannten „Hamburger Hausbrigade“, die sich insbesondere bei der Sturmflut im Jahre 1962 verdient gemacht hat.

Mit dem Beschluss zur Schließung der Röttiger-Kaserne im Jahre 2003 wurde die Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb (g.e.b.b.) vom Bundesministerium der Verteidigung damit beauftragt, das 55 ha große Gelände unmittelbar vor den Toren Hamburgs zu entwickeln und zu vermarkten. Der letzten Soldaten verließen Ende 2004 den traditionsreichen Standort, die „Hamburger Hausbrigade“ verabschiedete sich mit einem Großen Zapfenstreich auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Im Oktober 2003 erfolgte die Einrichtung der „Regionalen Entwicklungskonferenz“ im Rahmen der Metropolregion Hamburg zum Thema „Masterplan Röttiger-Kaserne/Standortübungsplatz Fischbeker Heide“. Beteiligt waren neben der g.e.b.b., die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, das Bezirksamt Harburg, die Gemeinde Neu Wulmstorf sowie der Landkreis Harburg. Eine Arbeitsgemeinschaft von Architekten, Ingenieuren und Landschaftsplanern wurde mit der Erstellung des Masterplans beauftragt.

 Download: Die IMMOBILIEN-ZEITUNG vom 22.06.2006 zum Projekt Röttiger-Kaserne

Neuer Stadtteil wird entwickelt

Ein außerordentliches finanzielles, inhaltliches und personelles Engagement brachte auch die g.e.b.b. in den Entwicklungsprozess ein. Ergänzende Fachuntersuchungen im Gesamtwert von ca. 300.000 € (Kostenträger g.e.b.b.) reichten von obligatorischen Altlastenuntersuchungen bis hin zur Zählung unter Naturschutz stehender Tierarten.

Nach zahlreichen, mitunter auch kontroversen Verhandlungsrunden zwischen allen Beteiligten sowie unter Einbeziehung der Bürger ist es nun Ziel der Freien und Hansestadt Hamburg, in den nächsten Jahren auf dem ehemaligen Kasernengelände einen neuen Stadtteil zu entwickeln, der Wohneinheiten, überwiegend in Form von Einfamilienhäusern, beinhaltet und entlang der Cuxhavener Straße durch verträgliches Gewerbe abgeschirmt werden soll. Auf Grund der spezifischen Baustruktur gibt es voraussichtlich keine Weiterverwendungsmöglichkeiten der Gebäude. Lediglich die Gebäude der ehemaligen Standortverwaltung sollen voraussichtlich erhalten werden. Außerdem sollen die Sportanlagen weiterhin von den örtlichen Vereinen genutzt und bewirtschaftet werden und diesen zur eigenständigen Bewirtschaftung übertragen werden.

Der erstmals ländergrenzenübergreifende Konversionsprozess umfasst neben der Kaserne auch den auf niedersächsischem Gebiet gelegenen ehemaligen Standortübungsplatz mit einer Größe von 297 ha. Das im Rahmen der Metropolregion Hamburg entwickelte Konzept sieht hier zum einen die Entstehung einer „Waldsiedlung“ für exklusives Wohnen mit ca. 60 Einfamilienhäusern auf dem Gebiet der Gemeinde Neu Wulmstorf vor, zum anderen die Schaffung eines „Ökopools“ für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und für die Naherholung vor. Davon sollen der Freien und Hansestadt Hamburg ca. 40 ha zur Abrundung des bestehenden Naturschutzgebiets „Fischbeker Heide“ dienen. In Ergänzung dazu ist auf der ehemaligen Schießanlage der Bau einer Sport- und Freizeitanlage (Golf, Reiten) geplant.
 

Seite Drucken